Krankenhaus in Echtzeit

Beispiel: Elisabeth Klinik Berlin

Die Forderung der Gesundheitsreform nach mehr betriebswirtschaftlicher Effizienz im Krankenhaus hat die Elisabeth Klinik in Berlin angenommen und geht mit dem Projekt "Papierlose Visite" den großen Schritt in die Zukunft des Krankenhausalltages.

Am 18. April 2007 gab der damalige Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, Rolf Schwanitz, das Startzeichen für die "Papierlose Visite" in der Elisabeth Klinik, Lützowstraße 24-26 in 10785 Berlin-Mitte. Geleitet von dem Motto "Mit Herz, Hand und Verstand" begann bereits in den Jahren zuvor ein Veränderungsprozess vom Haus der Allgemeinversorgung zum Medizinischen Zentrum mit besonderen Behandlungsmethoden.

Projekt „Papierlose Visite“

In Krankenhäusern müssen die medizinische und pflegerische Versorgung der Patienten ausführlich dokumentiert werden - der Aufwand ist enorm. In den meisten Krankenhäusern wird jeder Vorgang doppelt erfasst: Zunächst in der Patientenakte auf Papier und später im elektronischen Dokumentationssystem, das unerlässlich für die Abrechnung mit den Kostenträgern ist.

Ärzte und Pflegende geben an, dass sie mehr als 20 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Erledigung der administrativen Aufgaben benötigen.

Das Projekt "Papierlose Visite" in der Elisabeth Klinik in Berlin hat das Ziel: „Wir investieren damit Ärzte und Pflegekräfte mehr Zeit für unsere Patienten bekommen“, sagte der vormalige Geschäftsführer Alexander Mommert.

Idee ist, bereits am Patientenbett im EDV-System alle Eintragungen vorzunehmen und nicht wie bisher alle Daten auf Papier zu erfassen und diese später am Computer noch einmal einzutragen. Auf die Patientenakte aus Papier soll in Zukunft verzichtet werden. Der Aufwand für administrative Arbeiten bei Ärzten und Pflegekräften soll sich um mehr als 40 Prozent reduzieren.

Das Visite-Terminal-System besteht in der Elisabeth Klinik aus folgenden Komponenten:

* mobiles Visite-Terminal
* WLAN-Infrastruktur
* Ergänzung der Serverarchitektur für die Terminal-Server-Anbindung
* Integration der Terminal-Applikationen in die bestehende IT des Krankenhauses
* Organisationsberatung - Prozessoptimierung durch die papierlose Visite
* Service und Wartung mobile Visite-Terminals
* Service und Wartung WLAN-Infrastruktur
* Menüplanung

Zu den Anwendungen gehören (Auswahl):

* Am Patientenbett kann auf KIS (Krankenhaus-Informations-System), die elektronische Patientenakte oder medizinische Portale zugegriffen werden.
* Video-Live-Aufnahmen werden zu internen oder externen Konsultationen oder zu Fachspezialisten übermittelt.
* Bereits während der Anamnese und Diagnose, während der Pflege und therapeutischen Anwendung sind Dokumentation und Leistungserfassung möglich.
* Ein Zugriff auf die Patientenhistorie auch früherer Aufenthalte im Krankenhaus ist selbstverständlich, ebenso das Abrufen von Röntgenaufnahmen am Patientenbett auf dem Bildschirm.
* Mit einer integrierten medizinischen Digitalkamera in der Größe eines Füllhalters werden hoch auflösende Fotos von Wunden gemacht, um den Heilungsverlauf zu dokumentieren.
* Die Logistik für ärztliche Anforderungen (EKG, Sonografie, Labor, Radiologie etc.) wird durch die Eingabe der benötigten Parameter sowie das elektronische Abrufen der Befunde am Krankenbett erheblich vereinfacht.

Die Entscheidung für das Projekt und das Visite-Terminal-System wurde wesentlich durch die Vorgabe der Geschäftsführung bestimmt, nicht nur neue Technik anzuschaffen, sondern mit professioneller Begleitung bei der Umsetzung in der Praxis auch die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

Weitere Informationen:
www.elisabeth-klinik-berlin.de

 
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